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Kindererziehung - Belohnung und Bestrafung nutzlos?

Kindererziehung

Viele Eltern kommen an den Punkt, an dem weder Belohnungen noch Bestrafungen zum gewünschten Ergebnis führen würden. Die Kinder, egal welchen Alters, reagieren unbändig, nicht so wie sie sollen und maßlos.

Viele Kinder, egal in welchem Alter, reagieren im Laufe des „Groß“ werdens trotz Ermahnungen, Bestrafungen und Belohnungen nicht wie von den Eltern erwünscht und gehofft. Trotz elterlicher „Engelszungen“, Drohungen und Sanktionen kommen die Eltern nicht zum Ziel und die Kinder scheinen taub geworden zu sein -meist über Nacht.

„Pauls Mutter wurde durch die Stille im Kinderzimmer beunruhigt. Als sie nachsah, erwischte sie Paul (2) zum wiederholten Mal dabei, wie er seine Autos in der Toilette versinken ließ und die Toilette nun wieder verstopft war. Pauls Mutter sah rot, da er das Spiel seit Wochen mit ihr spielte und trotz Ermahnungen und Bestrafungen nicht aufhörte. „Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du das lassen sollst“, schrie sie Paul an und zerrte ihn in sein Kinderzimmer“.

War Paul zu klein, um die Ermahnungen und Bestrafungen zu verstehen? Nein, Paul weiß sehr gut, dass er seine Autos nicht in diesem Ding (Toilette) versenken soll – er verwickelt seine Mutter in einen Machtkampf und gewinnt. Er ist trotz Bestrafungen nicht davon abzubringen. Würde eine Strafe helfen, wäre nur eine Bestrafung nötig gewesen.

Eltern sind in diesen und tausend anderen Situationen oft hilflos und überfordert und hoffen, mit Bestrafungen und Drohungen ihr Ziel „ein liebes Kind“ zu erreichen. Sie merken nur leider oft nicht, dass das Verhalten des Kindes hierdurch nur noch schlimmer, trotziger und maßloser wird. Kinder haben wesentlich mehr Ausdauer und Fantasie als wir Erwachsenen mit der Folge, dass Eltern am Ende ihrer Kräfte hilflos fragen „was soll ich bloß noch machen“.

„Marie, gehst du bitte einkaufen. Du darfst das restliche Geld auch behalten. Ist heute nicht so viel Restgeld wie sonst, aber du kriegst dann das nächste Mal wieder mehr. Marie sah ihre Mutter an und sagte“ ne, das lohnt sich für mich ja nicht – dann gehe ich nicht“.

Es hat sich eingebürgert, dass Kinder von klein an daran gewöhnt werden, für ihre Leistungen bezahlt zu werden – Hilfe und Gehorsam gegen Bezahlung. Wie oft hört man den Satz „wenn du lieb bist, bringe ich dir was mit“. Diese Gewohnheit, für Leistungen und Gehorsam bezahlt zu werden führt dazu, dass den Eltern irgendwann keine „Belohnung“ mehr zur Verfügung steht und die Kinder maßlos und fordernd werden, welches sich wiederum nicht optimal auf das Verhalten oder den Gehorsam auswirkt. Hierdurch entwickeln Kinder die Ansicht, nichts tun zu müssen, ohne hierfür eine angemessene Gegenleistung zu bekommen – das Leben besteht aber nicht immer aus Gegenleistung, Bezahlung und Belohnung.

Wichtiger und sinnvoller sind natürliche Folgen und einfache Regeln – wir müssen im Leben alle irgendwelche Regeln einhalten, ob wir das gut finden oder nicht.

Was passiert, wenn sie als Arbeitnehmer ständig verschlafen und immer zu spät zur Arbeit kommen? Richtig, sie bekommen Ärger mit dem Chef. Das ist eine natürliche Folge aufgrund ihres Verhaltens und ich denke, sie lernen daraus (normalerweise).

Was passiert, wenn die Kinder ständig verschlafen und drohen, zu spät in die Schule zu kommen? Eltern wecken sie 1000 Mal und zur Not bringen sie die Kinder jedes Mal in die Schule. Die Folge hieraus? Die Kinder lernen, dass sie sich nicht beeilen müssen und die Eltern werden es schon richten. Eltern übernehmen hierbei die Verantwortung für das Verhalten der Kinder und berauben sie wichtiger – lebenswichtiger – Erfahrungen von Regeln und Konsequenzen. 

Konsequenzen haben nichts mit Bestrafungen zu tun, wie heute leider immer wieder angeprangert wird! Das Leben besteht nun mal aus Konsequenzen, die sich automatisch aufgrund einer Handlung einstellen - logische Folge eines Verhaltens und einer Handlung. Kinder sind nie zu jung um altersgerechte Konsequenzen ihrer Handlungen zu erfahren und damit ist nicht die Prügelstrafe gemeint!!

Ich höre immer wieder "aber er ist doch noch so klein" (2J)...Kinder können und müssen von Klein an ihre logischen Konsequenzen ihrer Handlungen erfahren, das gibt Sicherheit, Orientierung, Struktur und das Wissen, dass man für seine Handlungen gerade stehen muss - positiv wie negativ.

Lassen sie ihre Kinder, egal in welchem Alter, einfach die normalen Folgen ihres Verhaltens und ihrer Reaktionen erfahren – von klein an. Sie müssen weder Bestrafen noch Bezahlen und die Kinder wachsen mit der Gewissheit auf, dass das Leben aus Regeln und Konsequenzen besteht. Darüber hinaus stärken sie hierdurch das Selbstvertrauen ihrer Kinder und das logische Denkvermögen – beides wichtige Eigenschaften im Laufe des „Groß“ werdens. Kinder können wichtige Resilienzen entwickeln, die sie im Erwachsenenalter benötigen werden. 

Elternberatung