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Lernstörungen durch Blutdruckabfall

Lernstörungen

Wenn Kinder das Lernen "verweigern" oder es in der Schule zum Black - Out kommt, geht man davon aus, dass dies aufgrund der Nervosität eintritt. Doch das ist oftmals ein Trugschluss und es kommt gerade bei Kindern mit Lernstörungen aller Art zu einem Blutdruckabfall. Dieser Blutdruckabfall hat unterschiedliche Ursachen und schwerwiegende Folgen.

Stellen sich Probleme beim Lernen ein, gehen wir immer davon aus, dass die Nervosität Schuld hat. Dinge, die Kinder heute konnten und morgen während dem Tests vergessen haben, sind aufgrund der Nervosität verschwunden – denken wir immer, doch das ist ein häufiger Trugschluss.

Bei Kindern mit Lernstörungen aller Art, wie auch ADHS und Legasthenie wird das Nachlassen der Leistungsfähigkeit in der Schule und auch in der Hausaufgabensituation nicht durch die uns bekannte Nervosität ausgelöst – das Gegenteil ist der Fall…

Die Mehrheit der Kinder mit Lernstörungen zeigt gegenteiligen Anzeichen einer Nervosität. Vor allem in Fächern, in denen Schwierigkeiten bestehen – auch bei Kindern mit Legasthenie beim Schreiben und Lesen und Kindern mit Dyskalkulie im Zusammenhang mit Zahlen – sinkt der Blutdruck!

Sie werden müde, fahrig, schalten ab, können sich nicht mehr konzentrieren, die Aufmerksamkeitsspanne sinkt, sie lassen den Kopf hängen, die Körperspannung wird „lahm“, es kommen Sätze wie „Ich kann das nicht“, „Ach nö“, „Keine Lust“, „Ich schaffe das nicht“….

Eine große Anzahl dieser Kinder nutzt diese Abwehrmechanismen so häufig, dass sie ein Merkmal ihrer Lernstörungen werden! Je häufiger sie den Blutdruck absenken in ihnen gefürchteten Lernsituationen, wird dieses Absenken der inneren Erregung zu einem echten Problem.

Computergestützte Messungen des Blutdrucks zeigen diese Abwehrmechanismen. Es wird z. B gemessen, wie stark der Blutdruck in bestimmten Lernsituationen absinkt. Somit kann die Schwere einer Lernstörung bestimmt werden.

Kinder mit ADHS verhalten sich oft aggressiv, impulsiv und aufmüpfig. Hier würde man nie auf die Idee kommen, dass ihr Blutdruck zu niedrig wäre. Man geht davon aus, dass die Absenkung des Blutdrucks während dem Lernen eine Folge der Hyperaktivität ist. Ebenso trifft dieser Mechanismus wohl auch auf Kinder mit ADS und Legasthenie zu!  Quelle: Jansen und Streit 1992

Somit sind von dieser Absenkung auch Kinder mit ADHS betroffen, sowie natürlich auch erwachsene ADHS´ler.

Nicht alle Kinder senken während der Schulzeit oder den Hausaufgaben den Blutdruck – dies ist ein individueller Abwehrmechanismus, der den Kindern a. nicht bewusst ist und der b. unterschiedliche Ursachen haben kann. 


Folgen

- müde

- "lahm"

- Konzentration ist unmöglich

- Aufmerksamkeit ist unmöglich

- bereits gelerntes kann NICHT abgerufen werden

- kein Zugriff auf das Langzeitgedächtnis

- Eltern und Lehrer haben keinen "Zugang" mehr zu den Kindern

- Sie haben das Gefühl "Kann ich nicht", "Schaffe ich nicht", "Ich bin zu blöd dazu"

- Fehlerquote nimmt rasant zu


Lernen wird unmöglich, was wiederum weitreichende Folgen nach sich zieht.

Dies erklärt wahrscheinlich, warum Kinder mit ADS/ADHS, Legasthenie und auch Dyskalkulie in bestimmten Situationen aufnahmefähig sind und sich sehr wohl konzentrieren können und in bestimmten Situationen - Lernsituationen - den Anschein erwecken, sich nicht konzentrieren zu wollen, "Keinen Bock zu haben", und einfach nicht wollen. Diese Kinder "schalten ab, aufgrund des sinkenden Blutdrucks"

In dieser Situation kommt es zu einem gefährlichen Teufelskreis!

Die Tatsache, dass in diesem Zustand lernen unmöglich wird, führt dazu, dass die Kinder viele Misserfolge erleben. Eltern und Lehrer verlangen ja trotzdem die Aufgaben zu erfüllen oder die Anforderungen zu erfüllen, die gestellt wurden. Die Kinder können dies aber aus den genannten Gründen nicht und erleben einen Misserfolg nach dem anderen. Eltern und Lehrer gehen in diesen Situationen davon aus, dass die Kinder "nicht wollen, "keine Lust haben", "sich einfach anstrengen und zusammenreißen sollten, denn gestern ging es ja noch". Eltern werden in diesen Situationen hilflos und auch wütend, konnten die Kinder doch gestern die Vokabeln alle und heute anscheinend nicht mehr - das macht das Kind absichtlich.. Somit bekommen die Kinder zusätzliches negatives Feedback, was ihre Lernsituation und Gefühlswelt noch mehr beeinträchtigt.

Hält dieser Teufelskreis lange genug vor wird der absinkende Blutdruck für die Kinder zu einem "Normalzustand" und zu einem echten Problem. Dann verfestigen sich die Lernstörungen und es bedarf vieler unterschiedlicher Hilfen, um die Kinder wieder zum Lernen zu animieren.

Aus diesem Grund ist eine frühe, individuelle Förderung für diese Kinder und die Eltern das A und O.

Mögliche Ursachen für den absinkenden Blutdruck 

- Überforderung

- gelernte Hilflosigkeit

- zu wenig Lob

- Machtgewinn und Aufmerksamkeit

- zu viele Bestrafungen

Mit Bestrafungen sind NICHT Prügel oder Hausarrest gemeint! Bestrafungen sind auch weniger Lächeln der Mutter oder Lehrer, ein ernster Gesichtsausdruck, schimpfen, Kommentare wie "Nun mach doch mal", "Fang doch endlich an", "Gestern ging es doch noch, nun streng dich mal an". Wir "bestrafen" unsere Kinder in diesen Situationen unbewusst viel öfter, als wir denken. Hilfreich ist es, ein Beobachtungsprotokoll zu führen und eine Woche lang auf ihre eigenen Reaktionen zu achten.

Mit "Klick" auf das Bild können sie sich einen Beobachtungsbogen für sich und ihre Hausaufgabensituation/Lernen herunterladen.


Selbstbeobachtungsbogen für ElternHier können Sie sich einen Selbstbeobachtungsbogen herunterladen





Um mit einer individuellen, auf das Kind abgestimmten Förderung beginnen zu können ist es unerlässlich, den Grund - die Ursache - für das Blutdruckabsenken herauszubekommen. Das Vorgehen bei einem "Machtgewinn und Aufmerksamkeit" ist ein anderes, als beispielsweise bei einer Überforderung mit mangelndem Selbstvertrauen.

Hilfreich kann hier ebenfalls der Beobachtungsbogen sein sowie eine Videoaufzeichnung der Hausaufgaben - Lernsituation. Hierbei können Schulen, psychologische Berater oder Lerntherapeuten eine Hilfe sein, wenn Eltern bereits fest in diesem Teufelskreis gefangen sind.

Da bekanntlich alles zwei Seiten hat, hat auch der absinkende Blutdruck für die Kinder "Vorteile". Im Moment des gesunkenen Blutdrucks sind die Kinder weniger "anfällig" für die negativen Äußerungen von Eltern und Lehrer "Nun mach doch mal", "Du musst dich nur anstrengen", "Du willst nur nicht". Ebenso werden sie "weniger sensibel" für ihre eigenen Misserfolge, die in diesen Lernsituationen entstehen. Kinder in diesem Stadium können "beschließen", nicht mehr lernen zu wollen, um keine Misserfolge mehr zu erleben - 

dann sind die Lernstörungen fest verankert und werden zu einem gravierenden Problem, für welches oftmals Hilfe von AUSSEN notwendig wird.