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Oppositionelles Verhalten bei Kindern und Jugendlichen

oppositionelles Verhalten

Kinder und Jugendliche mit oppositionellem Trotzverhalten fallen auf. Sie reagieren aggressiv, wütend, halten keine Regeln ein, wiedersprechen Eltern und Lehrern und können unter Umständen mit dem Gesetz in Konflikt kommen.

Oppositionelles Verhalten ist weiter verbreitet als man denken mag. Eine Studie mit über 10000 Kindern und Jugendlichen geht davon aus, dass ca. 4,6 % aller Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren und 1,8% der Mädchen diese Diagnose erhält. Eine andere Studie aus Holland erhöht die Zahl der auffälligen Kinder und Jugendlichen auf bis zu 16 %.

Kinder und Jugendliche mit oppositionellem Verhalten fallen auf, und das u. U schon recht früh. Sie halten sich an keine Regeln, wiedersprechen Lehrer, Erzieher und Eltern, sind aggressiv und schlagen auch schon mal zu. Sie stören den Unterricht, schwänzen die Schule, beklauen und erpressen andere Kinder und verweigert alle Aufforderungen.

Oppositionelles Verhalten kann sich bereits in sehr jungen Jahren zeigen. Wird dies nicht erkannt und schnellst möglichst und individuell behandelt und diesem Verhalten gegengelenkt, können schwerwiegende Verhaltensstörungen entstehen. Diese Verhaltensstörungen enden nicht selten im Gefängnis oder / und regelmäßigen Besuchen der Polizei.

Die Ursachenforschung für oppositionelles Trotzverhalten ist immer multimodal, d. h es existiert nicht die eine Ursache, sondern ein Zusammenspiel vieler Ursachen.

Elternverhalten:

Das trotzige Verhalten des Kindes ist erlernt und führte sehr häufig zu dem vom Kind angestrebten Erfolgen – es erreicht mit diesem Verhalten ein bestimmtes Ziel. Das Ziel allerdings ist immer individuell. Es kommt häufig vor, dass es Eltern an wirksamen Erziehungsstrategien fehlt und in wichtigen Momenten unwirksame Maßnahmen ergriffen werden (schimpfen, schlagen, bei einem Nein immer lachen).

Ein weiterer Grund kann sein, dass die täglichen Abläufe (Hausaufgaben, Essen, Spielen, Schlafen) nicht zeitlich strukturiert sind und dem Kind weder Halt noch Orientierung bieten. Das Kind findet auf diese Weise immer eine „Lücke“ zum „nicht erfüllen“ von Aufgaben und erhält somit einen Erfolg.

Oftmals und nach längerer Zeit dieses Verhaltens, richten Eltern ihren Blick immer mehr und ausschließlich auf die negativen Eigenschaften der Kinder und geraten so in einen Teufelskreis. Eltern und Lehrer fokussieren sich auf die Schwächen und übersehen die Stärken. So bekommen die Kinder und Jugendlichen nur noch Verstärkung bei negativen Dingen und ihr Selbstwert sackt noch weiter ab. Hierdurch lernen die Kinder, dass es egal ist, wie sie reagieren und können eine ignorierende Grundhaltung entwickeln. Somit folgen sie keinen Aufforderungen mehr.

Biologisch – genetisch:

Diese Variante wird ausführlich diskutiert. Hierzu kommt u. a ein schwieriges Temperament des Kindes und Jugendlichen. Darüber hinaus ist eine Veränderung des Frontallappens des Gehirns und der Basalganglien auffällig, die für die Selbststeuerung, Selbstreflexion und das Planen zuständig sind. Ebenfalls in Betracht kommt eine Störung im Dopaminhaushalt, was wiederum zu einer erschwerten Impulskontrolle führt.

Eine Fehlfunktion des Systems der präfrontalen Cortex und des Striatums führen zu einer veränderten Informationsverarbeitung.

Negative Verstärkung:

Häufig verstärken Eltern und Lehrer eben das Verhalten, welches eigentlich nicht erwünscht ist. Dies geschieht oft unbewusst, führt aber zu einer Aufrechterhaltung von ungebetenem Verhalten.

Coersives Verhalten ( erzwingendes Verhalten ):

Da die bisher versuchten Erziehungsmaßnahmen keinen Erfolg erzielt haben, wenden Eltern oft Druck, Zwang und Strafen an, um gestellte Aufforderungen an die Kinder erfüllt zu bekommen. Dies erzeugt allerdings wiederum Gegendruck und es entsteht wiederum ein Teufelskreis.

Therapiemöglichkeiten:

An erster Stelle steht die Aufklärung und Beratung der Eltern. In ausführlichen Gesprächen wird die genaue Problematik erörtert. Weiterhin steht die Beobachtung der Eltern – Kind – Interaktion im Alltag an erster Stelle. Das Verhalten von Kindern und Eltern ist erlernt und steht immer im Zusammenhang. Es muss erörtert werden, in wie weit Eltern bestimmte Erziehungsstrategien - auch bei ADHS - ändern sollten oder / und die Kinder und Jugendlichen ihr Verhalten ändern müssen. Es wird eine genaue Zielanalyse mit den Eltern erarbeitet, die dann wiederum in viele kleine und bewältigbare Teilaufgaben unterteilt wird.

Es wird weiterhin immer angestrebt, dass sich die Eltern – Kind – Interaktion verbessert und stabilisiert. Da sich zu diesem Zeitpunkt Eltern wie Kinder oftmals in einem Teufelskreis befinden, ist es wichtig und notwendig, diesen zu unterbrechen.

Eltern, Lehrer und Kinder erlernen in gesonderten Trainingseinheiten neue Verhaltensweisen, die nach Möglichkeit an den Alltag angepasst werden.