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Wahrnehmungsstörungen bei Kindern

Warum optimale Wahrnehmungen so wichtig sind

Immer wieder hört von Wahrnehmungsstörungen oder Wahrnehmungsschwächen. Kinder und Jugendliche mit Wahrnehmungsstörungen zeigen unterschiedliche Auffälligkeiten wie ADHS, Legasthenie oder Schwierigkeiten, Regeln und Grenzen einzuhalten. Oftmals werden hierbei falsche Diagnosen erstellt und handelt sich nicht um "Verhaltensauffälligkeiten" sondern eben um nicht optimal ausgebildete Wahrnehmungen.

Wahrnehmungen

Unser komplettes Handeln und alle Reaktionen entstehen aufgrund unserer Wahrnehmungen. Wir sehen etwas, wir hören etwas, wir erleben etwas - all dies wird von uns ( Hände, Haut, Augen, Ohren...) aufgenommen und als Reiz in das Gehirn weiter geleitet. Dort wird im Idealfall schon mal aussortiert, was WICHITGE und UNWICHTIGE Informationen sind...Funktioniert dieser FILTER, werden alle unwichtigen Informationen "vergessen" und nicht in das Gehirn weiter geleitet. Bei Menschen mit ADHS, Legasthenie, Hochsensibilität, ADS und weitern Möglichkeiten, funktioniert dieses Filtersystem NICHT korrekt und ALLE Informationen werden in das Gehirn weiter geleitet. Da unser Gehirn aber nur eine bestimmte Aufnahmekapazität zur Verfügung hat, sind diese Gehirne, aufgrund der FILTERSCHWÄCHE ständig "überfüllt" - überreizt. Diese Überreizung führt zu vielen Unterschiedlichen Symptomen wie...

- Unaufmerksamkeit

- nicht zuhören können

- Vergesslichkeit

- Müdigkeit

- Abgeschlagenheit

- Aggression

- Wut

- Reizbarkeit

- und vielen weitern Möglichkeiten

In diesen Fällen ist das Gehirn bereits durch die vielen Informationen völlig überreizt und erschöpft. Ein ZUHÖREN, REGELN einhalten, LERNEN, AUFGABEN erfüllen, AKTIV arbeiten...ist nicht mehr möglich!

Natürlich ist das Wahrnehmungssystem viel komplexer, als ich es hier beschreibe:-) Aber für den Anfang soll es genügen:-)

Aufgrund der nicht optimalen Wahrnehmung kommt es nun zu weiteren "Auffälligkeiten".

Teilleistungsstörungen

Bei einer Teilleistungsschwäche oder Störung handelt es sich um eine Reizverarbeitungsschwäche im Gehirn. Alle Informationen werden von unseren Sinnesorganen aufgenommen und weiter geleitet. Die einkommenden Informationen werden in den jeweiligen Regionen des Gehirns weiterverarbeitet, verglichen und abgespeichert - doch das funktioniert bei Menschen mit einer Teilleistungsstörung nicht reibungslos und es kommt in der Folge zu typischen Auffälligkeiten.

Symptome einer Teilleistungsschwäche

- Legasthenie

- Dyskalkulie

- ADHS

- Schwierigkeiten im Sozialverhalten

- Distanzlosigkeit

- aggressives Verhalten

- Mißachten von Regeln

- Aufmerksamkeitsstörung

- Konzentrationsstörung

- nicht abwarten können

- schneller denken als handeln

- nicht planvoll handeln können

- Konsequenzen nicht absehen können

- schlechte Schrift durch Mangel in der Kraftdosierung

- Gleichgewichtsstörung

- ständiges hinfallen - über die eigenen Füße

- motorische Ungeschicklichkeit

- hyperaktiv

- Sprachschwierigkeiten als Kleinkind

- Vergesslichkeit

Teilleistungsbereiche

Teilleistungen werden eingeteilt:

- Grobmotorik

Gleichgewicht, vestibuläres System, Bewegungsempfindung, Bewegungsplanung, Bewegungsspeicherung, Körperkoordination

- Feinmotorik

Handbeweglichkeit, Muskelspannung, Zusammspiel beider Hände, Mundmotorik, Auge - Hand - Koordination,

- Wahrnehmen

auditive Wahrnehmung, visuelle Wahrnehmung, taktile Wahrnehmung, Figur - Grund - Diskriminierung

- Körper - Raum - Zeit

Körperschema, zeitliche Orientierung, räumliche Orientierung, Handlungsplanung

Wahrnehmungsstörungen betreffen alle Teilleistungsbereiche

Um die Wichtigkeit der Wahrnehmungen , bzw der funktionstüchtigen Wahrnehmungen zu verdeutlichen, gebe ich hier ein Beispiel "Lesen lernen"

Um lesen zu lernen sind folgende Teilleistungen-Wahrnehmungen notwendig:

- auditive Wahrnehmung

Einzelne Laute und Buchstaben müssen im Ohr gehört werden und im Gehirn richtig entschlüsselt werden

- visuelle Wahrnehmung

Die Buchstaben müssen erkannt werden und ähnliche Buchstaben wie z. B m,n - a-o, p-q, M-N müssen auseinandergehalten werden

- taktile Wahrnehmung im Mundbereich

Eine regelgerechte Lautbildung zum Lesen ist nur möglich, wenn die unbewußte Wahrnehmung der Stellund der Lippen, Zunge und Zähne funktionieren und ausgebildet sind

- Mundmotorik

Ist das Muskelsystem, dass Laute bildet und den Luftstrom leitet

- Zeitliche und räumliche Orientierung

Lesen erfolgt in sogenannten Sakkadensprüngen. Damit dies funktioniert ist eine Koordination von Entfernung und Reihenfolge notwendig. Auffällig bei Menschen mit Legasthenie und ADHS sind abweichende Sakkadensprünge - sie sind nicht harmonisch und abgestimmt sonder "sie hüpfen und stolpern"

- Auge - Hand - Koordination

Das Lesen mit dem Finger muss koordiniert werden können.

Kommt es nun in einem dieser Bereiche zu Abweichungen, bzw zu veränderten Wahrnehmungen werden alle anderen Bereiche auch in Mitleidenschaft gezogen ! Eine veränderte Wahrnehmung in einem Bereich löst eine Kettenreaktion aus.

All unsere Wahrnehmungsbereiche hängen zusammen, wie bei einer Kettenreaktion. Kommt es an einer Stelle zu einer "Störung", breitet diese sich auch auf alle anderen Gebiete aus.

Ein spezielles und individuelles Training der Sinneswahrnehmungen hilft den Kindern sich besser zurecht zu finden, erleichtert Lesen und Schreiben sowie die sozialen Kontakte, was besonders bei ADHS eine enorme Hilfe darstellt.